Aus dem Leben einer Fahrradkurierin

Fahrradkurierin bei FahrwerkDie Vorstellung, als Fahrradkurier*in auf den Berliner Straßen unterwegs zu sein, assoziieren viele vorrangig mit Stress, Anstrengung und Kälte. Ein „echter Männerjob“ wird nicht selten darunter verstanden. Auch innerhalb der Kurier*innen-Szene wird dieses Bild vom kraftstrotzenden, stinkenden Typen gerne reproduziert.

Dagegen „anzustinken“ fällt nicht immer leicht. Als weiblich gelesene Kurierin mit dem Fahrrad durch Wind und Wetter zu düsen, bedeutet zusätzlich zu müden Beinen auch manchmal einen müden Kopf, der keine Lust mehr hat, immer wieder beteuern zu müssen, dass auch ICH diese Arbeit schaffe, qualifiziert dafür bin und ganz sicher kein Mitleid gebrauchen kann. Mir macht das Ganze (fast) immer Spaß! Es fühlt sich toll an, an langen Autoschlangen vorbei zu huschen und abends zwar müde, aber glücklich von der vielen frische Luft und Bewegung nach Hause zu kommen. Und wenn es doch mal ganz arg ist, hilft es, nette Stimmen am Funk zu hören.

Wir suchen immer wieder nach weiblichem* Zuwachs im Kollektiv. Leider schaffen wir es bislang nicht, ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis herzustellen. Trotzdem – nein, genau deshalb! – möchten wir jedermensch* zeigen, dass es nicht darauf ankommt, möglichst mackerig aufzutreten, um ein*e gute*r Kurier*in zu sein. Durch einen solidarischen Umgang miteinander möchten wir Stereotype auf der Straße aufbrechen und brauchen dafür Unterstützung von fahrradbegeisterten Leuten, die Emanzipation auf dem Rad leben möchten!

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Wenn ihr bei uns mitmischen wollt, meldet euch einfach formlos unter bewerbungen (at) fahrwerk-berlin (punkt) de. Bis bald!

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